@Zhanna Danilova - iStock
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Weihnachtsgeschenke von Unternehmen: Was steuerlich zu beachten ist

Die Feiertage stehen vor der Tür und damit auch die wiederkehrende Frage: Was müssen Unternehmerinnen und Unternehmer bei der Steuer beachten, wenn sie im geschäftlichen Kontext Weihnachtsgeschenke machen möchten? Antworten auf die wichtigsten Fragen im Überblick.

Geschenke zwischen Geschäftsleuten dienen der Knüpfung, Pflege und Verbesserung von geschäftlichen Kontakten. Sie sind also betrieblich veranlasst, aber dennoch nicht grundsätzlich als Betriebsausgaben abzugsfähig. „Allerdings gibt es eine Reihe von Ausnahmen, die Unternehmerinnen und Unternehmer kennen sollten, um das Abzugsverbot zu umgehen“, erklärt Steuerberater Andreas Prieb bei Treukontax in Augsburg. Wichtig ist in jedem Falle, dass eine exakte Aufzeichnung zu Geschenken und zum Empfängerkreis vorliegt, falls das Finanzamt Rückfragen stellt.

Welche Kosten für Geschenke lassen sich grundsätzlich steuerlich geltend machen?

Als Betriebsausgaben absetzbar sind alle Geschenke, deren Wert pro Person und Jahr den Betrag von 35 Euro nicht übersteigen. „Achten Sie hier darauf, dass sich die Freigrenze auf das Wirtschaftsjahr bezieht, um die Abzugsfähigkeit nicht zu gefährden“, rät Steuerberater Andreas Prieb. Denn falls die Summe der Geschenkaufwendungen je Empfänger den Betrag von 35 Euro im Wirtschaftsjahr auch nur geringfügig überschreitet, entfällt jeglicher Abzug.

Die Finanzverwaltung lässt außerdem den Betriebsausgabenabzug bei Streuwerbeartikeln zu, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten je Artikel den Betrag von zehn  Euro nicht überschreiten. Streuwerbeartikel sind Gegenstände, die z. B. das Firmenlogo oder die Firmenbezeichnung des Schenkenden enthalten und zu Werbezwecken an eine breite Masse von Empfängerinnen und Empfängern verteilt werden. Dazu gehört beispielsweise Kleinmaterial wie Kugelschreiber oder Zettelblöcke. Auch Kosten für Aufmerksamkeiten, die aufgrund eines persönlichen Ereignisses wie Geburtstag, Hochzeit oder Jubiläum verschenkt werden, sind abzugsfähig. Dabei darf der Wert des Geschenks den Betrag von 60 Euro je Anlass nicht überschreiten. 

Was ist umsatzsteuerlich zu beachten?

Handelt es sich um Geschenke, auf die das einkommensteuerliche Abzugsverbot zutrifft, so sind Unternehmen auch nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt. Für alle anderen Fälle kann – wie auch bei anderen Betriebsausgaben – die Vorsteuer geltend gemacht werden.

Können Geschenke pauschal versteuert werden?

Unternehmerinnen und Unternehmer können Aufwendungen (inklusive Umsatzsteuer) für Geschenke pauschal mit 30 Prozent versteuern. Sie müssen die Pauschalsteuer direkt an das Finanzamt melden und abführen. Der Vorteil dabei: Die Beschenkten müssen in diesem Fall ihr Geschenk nicht versteuern oder als Einnahme deklarieren. „Denken Sie dabei daran, die Beschenkten über die pauschale Versteuerung und die damit verbundene Übernahme der Steuer zu informieren“, rät Treukontax-Steuerberater Andreas Prieb. Ausgeschlossenen ist die Pauschalierung immer dann, wenn die Aufwendungen pro Person und Wirtschaftsjahr mehr als 10.000 Euro betragen oder wenn ein einzelnes Geschenk die Grenze von 10.000 Euro überschreitet.

Wie ist es bei betrieblich nutzbaren Geschenken?

Können die beschenkten Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner das Geschenk für ihre beruflichen Aktivitäten nutzen (z.B. Gastro-Kaffeemaschine für einen Café-Betrieb), dann können Ausnahmeregelungen von der 35-Euro-Freigrenze zur Anwendung kommen. Hier ist im Einzelfall eine sorgfältige Prüfung notwendig.

 

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