@iStock - Yevhen Smyk
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Buchführungspflicht: Wirtschaftswert kein Kriterium mehr

Ob land- und forstwirtschaftliche Betriebe zur Buchführung verpflichtet sind oder nicht, wurde bislang unter anderem am Wirtschaftswert des Betriebs festgelegt. Das ändert sich nun. Was ab wann gilt, erklärt Treukontax-Steuerberater Josef Burgstaller von Treukontax Dachau.

Bisher wurden die steuerlichen Buchführungsgrenzen für land- und forstwirtschaftliche Betriebe – neben den bestehenden Gewinn- und Umsatzgrenzen – anhand des Wirtschaftswertes festgelegt. Der Wirtschaftswert ist der errechnete Wert der selbstbewirtschafteten Flächen. Die Grenze lag dabei bei 25.000 Euro.

Was ist jetzt neu?
Ab dem 1. Januar 2025 entfällt der Wirtschaftswert für die Bestimmung der Buchführungsgrenze. „Grund dafür ist das neue Grundsteuerreform-Umsetzungsgesetz, das mit Beginn des Jahres 2025 in Kraft tritt“, sagt Steuerberater Josef Burgstaller und erläutert: „Dann werden keine Einheitswerte mehr festgestellt und es sind nur noch die Umsatz- bzw. Gewinngrenzen maßgeblich.“
 
Was bedeutet das für die Praxis?
Das Regel-Wirtschaftsjahr bei Land- und Forstwirtschaftsbetrieben ist vorwiegend der Zeitraum vom 1.7. bis zum 30.6. „Daraus ergibt sich, dass die Verpflichtung zur Buchführung erstmals zum 1.7.2025 nach den neuen Regelungen begründet werden oder entfallen kann“, erklärt Steuerberater Josef Burgstaller. Betrachtet wird beim Umsatz das Kalenderjahr 2024. Die Gewinngrenze für land- und forstwirtschaftliche Betriebe bezieht sich ebenfalls auf das Kalenderjahr. Da das Wirtschaftsjahr abweicht, werden die zeitanteiligen Gewinne aus zwei Wirtschaftsjahren angesetzt, also aus den Wirtschaftsjahren 2023/2024 und 2024/2025.

Worauf sollten Landwirtschaftsbetriebe noch achten?
Treukontax-Steuerberater Josef Burgstallerxx weist auf weitere Neuerungen hin: „Auch die Umsatz- und die Gewinngrenzen für die Buchführungspflicht haben sich geändert.“ Mit Inkrafttreten des Wachstumschancengesetzes gelten bereits ab 2024 (für Wirtschaftsjahre mit Beginn nach dem 31.12.2023) neue Grenzwerte. Waren bislang Land- und Forstwirtschaftsbetriebe ab einen Gesamtumsatz von mehr als 600.000 Euro im Kalenderjahr verpflichtet, Bücher zu führen und zu bilanzieren, wurde diese Betragsgrenze nun auf 800.000 Euro erhöht. Eine Buchführungspflicht ergibt sich nunmehr außerdem bei einem Gewinn von mehr als 80.000 Euro im Kalenderjahr (im Vergleich zu bisher 60.000 Euro).

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